E-Learning-Videos erstellen: Aufbau, Formate, SCORM und Moodle
Ein Seminar läuft gut, jetzt soll es als Online-Kurs für Teilnehmende funktionieren, die allein am Rechner lernen. Wer einfach den Vortrag abfilmt, verliert die meisten nach wenigen Minuten. Dieser Artikel zeigt, wie ein E-Learning-Video aufgebaut sein sollte, welche Bausteine funktionieren und wie der Kurs als SCORM-Paket in Moodle landet.

Kurz gesagt
Ein gutes E-Learning-Video ist kein abgefilmtes Seminar, sondern ein Kurs aus kurzen Modulen von etwa 8 bis 12 Minuten. Jedes Modul mischt Software-Demos mit Hinweisen im Bild, animierte Folien und gezeichnete Szenen für Inhalte, die man nicht filmen kann. Lernfragen direkt im Video und ein kurzer Abschlusstest halten die Aufmerksamkeit hoch. Geliefert wird als MP4 und als SCORM-Paket für Moodle und andere Lernplattformen, bei internationalen Kursen mit Tonspur und Untertiteln je Sprache.
Was unterscheidet ein E-Learning-Video von einem Seminar-Mitschnitt?
Im Seminar hält der Dozent die Aufmerksamkeit: Er sieht, wer abschaltet, stellt Fragen und macht Pausen. Im E-Learning fehlt das alles. Das Video muss die Struktur selbst liefern: kurze Abschnitte, ein klares Ziel pro Modul und Momente, in denen die Teilnehmenden selbst etwas tun.
| Seminar-Mitschnitt | E-Learning-Video | |
|---|---|---|
| Länge | So lang wie der Vortrag | Module von 8 bis 12 Minuten |
| Bild | Dozent und Folie | Demos, animierte Folien, gezeichnete Szenen |
| Aktivität | Zuhören | Fragen im Video, Abschlusstest |
| Aktualisieren | Alles neu aufnehmen | Einzelne Module tauschen |
Welche Bausteine funktionieren?
Wie lang sollte ein Modul sein?
Etwa 8 bis 12 Minuten pro Modul hat sich bewährt, innerhalb des Moduls Abschnitte von 2 bis 3 Minuten. Ein Kurs mit einer Stunde Material besteht also aus 5 bis 6 Modulen. So können Teilnehmende Pausen machen und einzelne Module gezielt wiederholen.
Kurze Module haben noch einen Vorteil: Ändert sich ein Inhalt, tauschst du ein Modul aus statt den ganzen Kurs. Mehr zur Länge von Videos allgemein steht in Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?.
Wie kommen Lernfragen ins Video?
Mit interaktivem Video. In Moodle geht das zum Beispiel mit H5P: Das Video hält an einer festgelegten Stelle an, eine Frage erscheint, und erst nach der Antwort geht es weiter. Die Ergebnisse landen in der Lernplattform. Am Ende jedes Moduls folgt ein kurzer Abschlusstest.
- Eine Frage pro Abschnitt, direkt nach dem Inhalt, den sie prüft.
- Fragen zum Anwenden statt zum Auswendiglernen: "Was machst du, wenn..." statt "Wie heißt...".
- Falsche Antworten mit kurzer Erklärung, warum sie falsch sind.
- Abschlusstest mit 5 bis 8 Fragen, die das ganze Modul abdecken.
Was ist SCORM, und brauche ich das?
SCORM ist ein Standard, mit dem Lernplattformen wie Moodle Kursinhalte einbinden und den Fortschritt speichern: ob ein Modul angesehen, ob ein Test bestanden wurde. Wenn deine Plattform Abschlüsse dokumentieren soll, zum Beispiel für Zertifikate, brauchst du SCORM. Für reines Anschauen reicht MP4.
| Format | Wofür |
|---|---|
| MP4 | Einbinden als Video, Intranet, Videoplattform |
| SCORM 1.2 oder 2004 | Lernplattform mit Fortschritt und Abschluss |
| H5P Interactive Video | Fragen direkt im Video, in Moodle eingebaut |
| SRT oder VTT | Untertitel als eigene Datei |
Was ist bei mehreren Sprachen wichtig?
Die Produktion passiert einmal, für jede weitere Sprache kommen Übersetzung, Sprachaufnahme und Untertitel dazu. Plane das schon beim Skript ein: kurze Sätze, wenig Text im Bild und Fachbegriffe, die in allen Sprachen festgelegt sind. Viele Einrichtungen weisen das Budget je Sprache getrennt aus, damit jede Fassung einzeln freigegeben werden kann. Mehr dazu in Erklärvideo in mehreren Sprachen.
Wie läuft die Produktion ab?
- Skript-Check. Die Skripte werden auf Verständlichkeit geprüft, Sprechtext und Fragen stehen danach fest.
- Pilotmodul. Ein Modul wird komplett fertig, damit Stil und Ablauf früh feststehen.
- Serie. Die übrigen Module im freigegebenen Stil, Abnahme Modul für Modul.
- Bereitstellung. MP4 und SCORM, getestet in der Lernplattform.
Für einen Kurs mit etwa einer Stunde dauert das 6 bis 8 Wochen ab Freigabe der Skripte. Wie Explikate E-Learning-Kurse produziert, steht auf E-Learning-Videos produzieren lassen.
Checkliste für deinen E-Learning-Kurs
- Lernziel pro Modul in einem Satz formuliert.
- Stoff in Module von 8 bis 12 Minuten geteilt.
- Für jedes Modul festgelegt: Demo, Folie oder gezeichnete Szene.
- Fragen im Video und Abschlusstest geschrieben.
- Sprachen und Budget je Sprache geklärt.
- Format geklärt: MP4, SCORM oder beides.
- Fachliche Freigabe der Inhalte und Fragen organisiert.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein E-Learning-Video sein?
Pro Modul etwa 8 bis 12 Minuten, innerhalb des Moduls Abschnitte von 2 bis 3 Minuten. Längere Inhalte teilst du in mehrere Module, damit Teilnehmende Pausen machen und gezielt wiederholen können.
Was ist SCORM?
SCORM ist ein Standard, mit dem Lernplattformen wie Moodle Kursinhalte einbinden und den Fortschritt der Teilnehmenden speichern, zum Beispiel ob ein Modul abgeschlossen und ein Test bestanden wurde.
Wie kommen Fragen ins Video?
Mit interaktivem Video, zum Beispiel H5P in Moodle. Das Video hält an einer festgelegten Stelle an, die Frage erscheint, und die Antwort wird in der Lernplattform gespeichert.
Screencast oder Animation?
Beides. Software zeigst du am besten als echte Bildschirmaufnahme mit Zooms und Hinweisen. Prinzipien, Abläufe und alles, was man nicht filmen kann, erklärst du mit Animation.
Was kostet ein E-Learning-Kurs als Video?
Das hängt von Laufzeit, Sprachen, Sprecher und dem Anteil gezeichneter Szenen ab. Bei Explikate bekommst du innerhalb von 24 Stunden ein Richtangebot mit drei Paketen.
Dein Seminar als E-Learning-Kurs
Beschreib kurz Thema, Zielgruppe, Laufzeit und Sprachen. Du bekommst an Werktagen innerhalb von 24 Stunden ein Richtangebot mit drei Paketen.

